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attac Deutschland

Post 23. Mai 2014 By In 2014

attac Deutschland veröffentlichte am 20.05.2014 eine "Stellungnahme zu den Montagsdemos" unter der Überschrift: "Wer hat schon was gegen Frieden"

Im Abschnitt "Krisenerklärung" ist folgender Text zu finden: "Zum Beispiel die mystisch aufgeladene Zinstheorie von Gottfried Feder, einem aktiven Nazi, die in den Augen ihrer Anhänger zwei Vorteile hat. Sie ist erstens sehr schlicht und nennt zweitens das Böse beim Namen: das (jüdische) Finanzkapital. Da weiß man sofort, wenn man zu hassen hat. Dem guten, weil schaffenden

Kapital und den Fleißigen wird das faule, nur raffende Kapital gegenübergestellt, das es zu bekämpfen gilt."

Da hier Bezug auf die Zinsproblematik genommen wird, mit der ich mich seit über 20 Jahren beschäftige, möchte ich hierzu meine Meinung abgeben. Die sogenannte "Zinstheorie" stammt nicht "von Gottfried Feder". Die Zinskritik ist bereits im Alten Testament zu finden: Zum Beispiel: „Wenn du Geld verleihst an einem aus meinem Volk, an einen Armen neben dir, so sollst du an ihm nicht wie ein Wucherer handeln; Du sollst keinerlei Zinsen von ihm nehmen.“ (2. Buch Moses, Kap. 22, Vers 24) und „und du sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Aufschlag,...“ (3. Buch Moses, Kap. 25, Vers 36) und „Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch Speisen geben gegen Aufschlag.“ (3. Buch Moses, Kap. 25, Vers 37). Mit der Zinsproblematik haben sich fortführend seitdem viele hochangesehene Persönlichkeiten auseinandergesetzt und sich kritisch geäußert.

Auch handelt es sich nicht um etwas "mystisch aufgeladenes", es geht um Mathematik. Wenn man 1 Mrd. € bei 5 % p.a. anlegt, erhält man ca. 136.000 € Zinsen am Tag. Eine der größten Lügen steckt in dem Werbeslogan der Finanzwirtschaft:

"Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten!". Geld kann nicht arbeiten, nur Menschen, Maschinen und die Natur können das. Insofern ist die Zinsnahme eine Einnahme für den Gläubiger, die aus Leistung an anderer Stelle stammt.

Wenn nun der Anleger die erhaltenen Zinsen wieder anlegt, generiert er auf Zinsen erneut Zinsen, hieraus ergibt sich nun der Zinseszinseffekt. Dieser exponentielle Wachstumsprozess kann nur zeitlich begrenzt funktionieren. Stößt eine solche Entwicklung an seinen Anschlag, ergeben sich zusätzliche Risiken für die gesamte Menschheit. Bereits Keynes sagte: "Die Macht des Zinseszins über 200 Jahre hinweg ist etwas, was die Vorstellungskraft ins Wanken bringt."

Derartig ablaufende mathematische Prozesse mit der schrecklichen NS-Diktatur in Verbindung zu bringen, ist unsittlich. Ich verstehe attac, dass die furchtbaren Ereignisse angesprochen werden, damit sich so etwas Entsetzliches nie wiederholt!

Die Lösung "Fließendes Geld", die wir diskutieren wollen, soll nichts "bekämpfen", es handelt sich um einen alternativen Mechanismus. Zins (und Inflation) dienen als Umlaufsicherung im aktuellen Geldsystem, sie sollen den Geldkreislauf bewerkstelligen, jedoch führen diese Mittel zu den oben angedeuteten negativen Erscheinungen. Deshalb ist aus technischer Sicht Zins als Umlaufsicherung destruktiv. Deshalb empfehlen wir anstatt Zins und Inflation eine Gebühr auf Bargeld (auf das gesetzliche Zahlungsmittel) zu verwenden, damit das Geld im Fluss bleibt. Da die große Mehrheit der Menschen (ca. 80 %) über Konsum, Steuern und eigener Verschuldung immer mehr Schuldzinsen zahlen, als sie je in der Lage wären, Guthabenszinsen zu generieren, wird diese große Gruppe durch fließendes Geld finanziell entlastet. Die Zinsgewinner können auch eine Vielzahl an Vorteilen beim fließenden Geld erkennen. Nehmen wir nur das Ende des zinsbedingten Wirtschaftswachstumszwangs. Alle Menschen atmen dieselbe Luft, wollen im selben See baden und im selben Wald die Natur genießen. Fließendes Geld ist ein wesentlicher Schritt, diese lebensnotwendigen Dinge zu erhalten. Deshalb freue ich mich, dass es auch bei attac eine Vielzahl an Freunden des fließenden Geldes gibt. Liebe Aktive von attac, ich habe eine andere Sicht zu Zins und Zinseszins bezüglich eurer Veröffentlichung. Ich freue mich, wenn wir gemeinsam die Alternativen zum aktuellen Finanzsystem konstruktiv diskutieren und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Herzlichst Steffen Henke

 

 

 

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