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Wir brauchen ein alternatives Geldsystem, wenn wir die Herausforderungen unserer Zeit meistern wollen. Umweltzerstörung, Demokratieverlust, extreme soziale Ungleichgewichte sind unter anderem schädliche Wirkungen des bestehenden Geldsystems. Eine bessere Alternative existiert, doch sie ist noch zu wenig bekannt, Fließendes Geld.

Veränderungen im Geldsystem sind wegen gegebener Machtstrukturen nur erzielbar, wenn breite Bevölkerungsschichten dem Wandel zustimmen und ihn unterstützen. Dazu muss der seit Jahrzehnten stattfindende Erkenntnisprozess deutlich an Fahrt gewinnen. Die „Neues Geld gemeinnützige GmbH“ unterstützt diesen Prozess mit ihrer Aufklärungsarbeit seit einigen Jahren.

Geld greift mit hoher Intensität in so gut wie alle Bereiche unseres Lebens ein. Neuerungen beim Geld bringen deshalb hervorragende Potentiale für fast alle Gebiete, wie dem Schutz der Natur, der Verbesserung demokratischer Strukturen oder dem Frieden.

Ziel muss sein, dass der Mensch nicht dem Geld, sondern das Geld dem Menschen dient.



 

EZB senkt Hauptrefinanzierungszins auf null Prozent

Post 13. März 2016 By
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Im Handelsblatt Morning Briefing ist am 11.03.16 zu lesen:

„Der Leitzins, zu dem sich Banken Geld bei der Notenbank leihen können, wurde auf null Prozent gesenkt. Das bedeutet: Der Zins, bisher die Belohnung für den Sparsamen, ist abgeschafft. Prasser und Geldverschwender erleben ihren Aufstieg zu Ikonen der Neuzeit.“

Hier hat sich der Verfasser wohl eher zu einer reißerischen Schlagzeile verleiten lassen als brauchbar die Entscheidung der EZB von gestern nachvollziehbar zu reflektieren. Was ist passiert? Die EZB hat den Hauptrefinanzierungssatz von 0.05 % auf 0 % reduziert, kein sonderlich großer Zinsschritt.

Geschäftsbanken können sich gegenwärtig Zentralbankgeld in gewünschter Menge gegen Lieferung von Sicherheiten verschaffen. Dies geschieht vor allem im Rahmen ...

der sogenannten Offenmarktgeschäfte. Ziel ist es, die Inflationsrate als eine Art der destruktiven Geldumlaufsicherung, in die Nähe von 2 % zu bringen. Trotz massiver Zentralbankgeldmengenausweitungen ist dies bisher nicht gelungen. Nun sollen die Geschäftsbanken die zusätzlichen Mittel nicht „verschwenden“, sondern damit in die Lage versetzt werden, Darlehen an z. B. private Haushalte und die Industrie zu vergeben. Über diese Kredite soll wirtschaftliche Aktivität angeregt und Wirtschaftswachstum erzeugt werden. Hier zeigt sich bereits ein wesentlicher Fehler. Zu glauben, man könne die aufgeblähten Ungleichgewichte noch mit Wirtschaftswachstum kompensieren, ist ein Irrtum.

Vor allem durch Zins und Zinseszins haben sich enorme Berge an Guthaben und Schulden gebildet. Die sich hieraus zwangsweise ergebenden wachsenden Schuldzinsforderungen können längst nicht mehr über Wirtschaftswachstum ausgeglichen werden. Insofern handelt es sich um Maßnahmen, die das System wieder noch ein paar Wochen am Leben erhalten, insofern man von „Leben“ bez. des aktuellen Zustands überhaupt noch reden will.

Mit dem Begriff „Verprassen“ wird der Eindruck vermittelt, man hätte nur den falschen Weg gewählt, man könne mit „Sparen“ die Situation viel besser lösen. Dies ist jedoch falsch. Ohne die wilden Eingriffe der Zentralbanken wäre das Finanzsystem längst ausgefallen, mit dem Vorgehen wird nichts gelöst, jedoch die finale Phase hinausgeschoben. Mit finaler Phase ist gemeint, dass zu viele Schulden existieren, den Schulden stehen eins zu eins die entsprechenden Guthaben gegenüber. Diese Volumina haben sich exponentiell vor allem wegen einer fehlerhaften Geldumlaufsicherung aufgebläht und müssen nun reduziert werden. Dies kann kontrolliert über z. B. einen Schuldenschnitt oder unkontrolliert über einen Ausfall der Papiere erfolgen. Wann lernen wir Menschen, dass nichts auf der Welt zeitlich unbegrenzt exponentiell wachsen kann? Bei der Verwendung von Fließendem Geld würden sich solche irren Berge an verzinslichen Ansprüchen erst gar nicht bilden.

Steffen Henke

1 comment

  •   Phil
    Comment Link Phil 13. März 2016

    Lieber Steffen, in vielen Zeitungen waren ähnliche "Töne" zu hören, ich denke, die 0% sind einfach sehr symbolisch für die Situation.
    Man müsste den Menschen irgendwie klar machen, dass wir uns zwischen 0% und einem Krieg entscheiden können.
    Dann würde es vielen leichter fallen, diese Obzession mit dem Zins zu hinterfragen.
    Kann man aus Deiner Sicht die Bargeldabschaffung zumindest darin positiv sehen, dass damit leichter eine Umlaufsicherung auf Girokonten möglich wäre?

    Danke und Gruss
    Philipp

    Lieber Philipp, ich lehne eine Bargeldabschaffung wegen Demokratieverlust und der Gefahr von Machtmissbrauch ab, selbst, wenn es technische Vorteile brächte. VG Steffen

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