Verkehrte Welt bei ARD

Post 21. Februar 2017 By
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Gestern Abend lief 22.45 Uhr auf ARD der Streifen: „Die große Geldflut. Wie Reiche immer reicher werden“. Unter anderem Stand Max Otte als Interviewpartner zur Verfügung. Dieser erklärte, dass die aktuelle Flut des billigen Geldes unsere Gesellschaft spalten würde. Gemeint ist damit das Anleiheankaufprogramm der EZB über welches frisches Zentralbankgeld in Billionenhöhe in Umlauf gebracht wird. So wird formuliert:

„Sie [damit ist die Geldflut gemeint; Anm. S. H.] schafft Geld von unten nach oben, sagt er [Max Otte; Anm. S. H.] – eine gigantische Umverteilungsmachine.

Später erfährt man, dass Niedrigzinsen bedeuten würden, dass sich Reiche billig verschulden könnten. Reiche würden über Kredit Aktien und Immobilien kaufen, deren Wert rasant steigt. Während die Geldanlage der „normalen Bürger“ an Wert verlieren würde.

Wenn ich das demnach richtig übersetze würde ein hoher Zins die Kreditaufnahme von Reichen verhindern, die sich damit weniger kreditfinanzierte Sachwerte zulegen könnten und „normale Bürger“ gewinnen, da ihre Einlagen besser verzinst würden. Die Umverteilungsmachine wäre gestoppt?

Richtig ist: Allen Schulden ...

stehen eins zu eins Guthaben gegenüber. Wegen ungleicher Vermögensverteilung nehmen Wenige überdurchschnittlich viele Guthabenszinsen ein. Dagegen zahlen zwangsweise alle Schuldzinsen. Beim Einkauf, die der Industrie, über Steuern, die des Staates und bei selbst aufgenommenen Krediten ist man ebenfalls für die Schuldzinsen verantwortlich. Je höher der durchschnittliche Marktzins liegt, desto stärker findet ein Umverteilungsmechanismus von Allen zu Wenigen statt. Das ist die genau umgekehrte Aussage im Vergleich zu der, die in der oben genannten Doku getroffen wurde.

Für den Wertverlust von Einlagen ist ein negativer Realzins verantwortlich. Dieser entsteht, wenn die Inflationsrate über der Zinsrate liegt. Also man würde auch verlieren, wenn ein Zins bei acht Prozent p. a. erzielbar, wenn zugleich eine Inflationsrate von zehn Prozent pro Jahr festzustellen wäre.

Natürlich fließt in den Beitrag ein, dass die Geschäftsbanken „Geld aus dem Nichts“ schaffen würden. Bei dieser Position handelt es sich jedoch um einen Ableitungsfehler, da nicht korrekt zwischen Geld und Forderung auf Geld unterschieden wird. In diesem Jahr werde ich ein Buch veröffentlichen, in dem ich detailliert auf die Vorgänge eingehe und das Fließende Geld als Alternative zum aktuellen System genau beschreibe.

Steffen Henke

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