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10 min Egoismus erlaubt …

Post 02. April 2013 By In 2013

Bitte sehen Sie mir die provokative Überschrift nach. Ich habe in den letzten Jahren hunderte wertvolle Gespräche mit Freunden des fließenden Geldes geführt. Oft handelte es sich um wunderbare Menschen, die sich intensiv Gedanken machen, wie wir zu neuen Wegen finden, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Da wird mit Herz nach Konzepten gesucht, die die Welt in die „richtige Richtung schieben“ werden. Egoismus ist hier mit Sicherheit nicht die Triebkraft des Handelns. Dennoch sei mir folgender exotische Gedankengang erlaubt. Selbst, wenn man unser aktuelles Geldsystem mit einer Portion „gesundem Egoismus“ betrachtet, kann man nur zu dem Ergebnis kommen,

dass wir alle hier gegenwärtig noch eine Variante akzeptieren, die für 9 von 10 Menschen schon aus rein mathematischen Erwägungen nie von Vorteil sein kann. Alle Menschen zahlen über Steuern die Schuldzinsen des Staates und über Konsum die Schuldzinsen der Industrie. Für eigene über Kredit finanzierte Investitionen ist man eh selbst zuständig. Nun kann man die Summe der Schuldzinsen ausrechnen, die man über diese drei Wege bezahlt. Von dem Gesamtbetrag der gezahlten Steuern (Umsatz-, Lohn-, Tabak-, Alkohol-, Benzinsteuer usw.) sind es ca. 17 %, die der Staat (Bund und Länder) von den eingenommenen Steuern aktuell für Schuldzinsen verwenden muss. Bezüglich der von Ihnen gekauften Waren- und Dienstleistungen sind es ca. 35 – 40 % (siehe Wechselkursvideo, Folge 3, „Wer zahlt die Schuldzinsen?“). Beispiel: Sie haben als Familie im Monat Nettoausgaben in Höhe von 2.000 € (Miete, Lebensmittel, Neuanschaffungen, Urlaub, …). Dann haben Sie, ohne, dass Sie es merken, ca. 700 – 800 € Schuldzinsen im Monat gezahlt. Hinzu kommen die Schuldzinsen über Ihre Steuerzahlungen und für die eigenen Kredite. Wenn Sie jetzt über ein Guthaben von 100.000 € verfügen, kassieren Sie bei einer Verzinsung von 5 % p. a. 5.000 € im Jahr. Sie zahlen demnach im Jahr nur über Ihre monatlichen Ausgaben 8.000 – 10.000 € Schuldzinsen, erhalten bei dem oben genannten Beispiel jedoch nur 5.000 € Guthabenszinsen. Bei dieser Konstellation gehören Sie eindeutig zu den Zinsverlierern. Die meisten Menschen müssten über mehrere hundert Tausend € Guthaben verfügen, um in der Lage zu sein, mehr Guthabenszinsen einzunehmen, als sie an Schuldzinsen „abführen“. Ist es nun die Hoffnung, die in uns steckt, dass wir irgendwann zu der „glücklichen“ kleinen Gruppe an Menschen gehören, die von den Zinsen leben kann? Rennen wir alle einem Traum hinterher, der für die meisten mathematisch exakt nicht in Erfüllung gehen kann? Ich meine, einer der Hauptgründe für diese Situation besteht darin, dass sich dieser Mechanismus noch nicht herumgesprochen hat. Die Problematik der perfiden sozialen Ungleichgewichte innerhalb eines Landes, wie auch über die Ländergrenzen hinaus, kann man mit dem aktuellen Finanzsystem nicht hinbekommen. Fließendes Geld schafft im Gegensatz dazu die wesentliche Grundlage für die Lösung dieser Aufgabe. Reden Sie bitte mit Ihrem Nachbarn!

7 comments

  • (Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

    Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in "dieser Welt" ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion, die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde bis heute aus dem allgemeinen Begriffsvermögen der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" endgültig zu eliminieren.

  •   Hünefeld Jürgen
    Comment Link Hünefeld Jürgen 07. April 2013

    Herr Hagen fragte:
    WOHER DIE 40 % ZINSANTEIL IM PREIS KOMMEN. Die Quell finden sie im Buch: "Das Geldsyndrom" Helmut Creutz, 5. Auflage 2003, ISBN 3-928493-46-9
    S.142 Wie hoch sind die versteckten Zinsen?
    S. 159 Wer herhält die Zinsen
    S. 336 Wie hoch sind die Gesamtzinsen in den Einzelpreisen?
    ---------dort dann die gesuchte Angabe.
    MfG Jürgen Hünefeld
    PS. Machen bitte auch Sie dieses Wissen für andere Menschen zugänglich.

  •   Hagen
    Comment Link Hagen 07. April 2013

    Danke, sehr einleuchtend erklärt! Könnte bitte noch jemand erläutern, wie die 35 - 40 % Industriezins zusammen kommt? Das wird in dem Wechselkurs Video auch nicht so richtig klar. Da muss es ja irgendwo auch die Formel geben?

    Danke und Gruß, Hagen.

  •   Sylivia Rados
    Comment Link Sylivia Rados 07. April 2013

    Welch anstrengender Gedanke am Sonntag Nachmittag. Vorausschicken möchte ich, ich bin kein Experte in Sachen Finanzen, mich zieht es zu den Themen Gerechtigkeit., Umverteilen, Alle Macht geht vom Volk aus.

    Dass unser Kapitalmarkt es mit dem kleinen Sparer nicht gut meint und der Eindruck die Damen und Herren der Grpßbanken haben sich schon vor Jahren, als die Eurokrise zu erwarten war, zu einem abgekarteten Spiel verabredet, liegt nahe. Die Bürger Zyperns dürfen gewiss nicht mitspielen. Die warten gerade, ob ihre Hausbank mal wieder 300 € / Woche am Automat raus lässt.

    Gewiss stellt sich da die Frage, wann stehen wir vor dem EC Automat und hoffenauf die Gnade, damit wir einkaufen gehen können. Darf das sein?

    Unbestritten hat das Geld seine Funktion verloren. Früher gedacht als Ersatztauschmittel , st es in den vergangenen 100 Jahren immer populärer geworden, mit Geld Geld zu handeln und den Staaten, siehe Griechenland, Spanien und Co. die Kohle zu entziehen. Eine Regierung die keine Mittel hat, hat auch nichts mehr zu sagen, der Mamon regiert.


    Was bleibt uns, (R)evolution, Weg mit dem schnöden Mamon, zurück zum Warentausch? , ...................

  •   Dipl. Ing. Werner
    Comment Link Dipl. Ing. Werner 07. April 2013

    @Dr. Dieter Petschow: Sie vergessen die Wirkung der Inflation. In Wahrheit bekommt der Vermieter keineswegs jährlich mehr Geld, sondern frisst die Inflation die nominelle Wertsteigerung auf. Im Übrigen kostet die Gebäuderenovierung, der höheren Baukosteninflation wegen (Dachreparatur, Renovierung von Leitungen, Fußböden, Fenstern, etc., etc.) so viel, daß häufig bloß das Haus erhalten werden kann. Was meinen Sie, ob im öffentlichen Eigentum stehende Wohnungen ein Gewinn sind? Na mit absoluter Sicherheit sind sie ein fürchterliches Verlustgeschäft, so wie Alles, wo ein Beamtenapparat das Sagen hat, samt Korruption als Draufgabe.

  •   Franz Grill
    Comment Link Franz Grill 07. April 2013

    Ob mit oder ohne Egoismus bebtrachtet, ist das gegenwärtige Geld- und Kapitalsystem ein massives Verlustgeschäft für 95% der Menschen. Abgesehen davon, daß derzeit ein 100.000 Bank-Guthaben derzeit kaum mehr als 2% p.a. bringt, werden Kredite nur gegen den drei- oder mehrfachen Zinssatz ausgereicht. Damit sich eine Familie 2.000 mon. Ausgaben leisten kann, muß sie wenigstens 3000 erdienen, d.h. "Vater" Staat in Gestalt der herrschenden Politgang bringt die große Mehrheit der Bevölkerung in eine Doppelmühle: einerseits casht er Abgaben und Steuern ab und zusätzlich werden die 40% "unsichtbaren" Zinsen im Alltagsbedarf eingehoben. Und das Ganze passiert "legal" auf Grund perverser Gesetzgebung in den ach so demokratischen Parlamenten!

    Die Kernfrage an das neuesgeld-Team lautet: WIE schaffen wir den Durchbruch zu einem Menschen-gerechtem Geldsystem?
    Wenn dafür Spenden in € eingesammelt werden müssen, ist das nicht gerade zukunftsreich ;-(

  •   Dr. Dieter Petschow
    Comment Link Dr. Dieter Petschow 07. April 2013

    Eine Bäckerei backt Brot, der Eigentümer bekommt Brot als Rendite.Jjedes Jahr werden 3% mehr Brot gebacken. Im ersten Jahr bekommt der Eigentümer 10% aller Brote, jedes weitere Jahr 7% mehr. Wieviel Jahre dauert es, dass die Bäcker trotz Arbeit verhungern und die Brote vor der Haustür des Eigentümers verschimmeln, weil er soviel garnicht "fressen" kann? Wer das mit seinem Taschenrechner ausrechnen kann, stellt fest, dass nach 60 Jahren nun wirklich mal wieder eine (R)Evolution fälliig ist.

    mfG DP.

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