Rezension: „Armageddon im Orient“ – Michael Lüders (C.H.Beck Verlag)

Post 26. September 2018 By
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Vor wenigen Wochen erschien Michael Lüders Buch: „Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt“. Es umfasst ohne Anhänge 240 Seiten und wurde 2018 im C.H.Beck Verlag in München veröffentlicht.

Bereits über zuvor herausgegebene Werke hat Lüders längst bewiesen, dass er Kenner des Orients ist. Dies überrascht auch nicht, schließlich ist er unter anderem Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Mir fiel beim Lesen auf, dass in regelmäßigen Abständen das Wort „völkerrechtswidrig“ auftaucht. Dies liegt vor allem daran, da der Autor mehrfach völkerrechtswidrige Aktivitäten der NATO-Staaten in Verbindung mit ihren Verbündeten thematisiert und deutlich kritisiert. Aussagen maßgeblicher amerikanischer Politiker und Militärs machen ihm Angst (S. 231) und das ist verständlich, liest man die von Lüders dargestellten Fakten. Nur ein Narr kann glauben, dass die aggressiven Strategien westlicher Regierungen nebst Partnern nicht früher oder später den Bevölkerungen dieser Länder selbst auf die Füße fallen.

Lüders sagt, dass Entscheidungen längst innerhalb eines kleinen Zirkels von ...

Oligarchen, der neuen Herrschaftselite, fallen würden (S. 231). Die Welt wird vom „Imperium“, den USA, in „gut“ und „böse“ eingeteilt. „Gut“ ist, wer dem amerikanischen Modell folgt, als „böse“ gilt, wer von der vorgegebenen US-amerikanischen Linie abweicht und sich nicht unterordnet. Die als „Feinde“ definierten Staaten, allen voran der Iran und Russland, werden mit allen Mitteln, auch illegalen und völkerrechtswidrigen, bekämpft. Lüders erklärt: „Das Faustrecht ersetzt das Völkerrecht.“ (S. 227). Im Ergebnis dieser Politik unvorstellbares Leid. So geschieht seit 2017 im Jemen die schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit. Nach Lüders fiele jedoch im Westen die Kritik am Desaster im Jemen „zurückhaltend“ aus, da hier vor allem Saudi Arabien, Abu Dhabi, die USA und Großbritannien verantwortlich wären (S. 168). Deutschland liefert ebenfalls umfangreich Rüstungsgüter an Saudi Arabien, die mit höchster Wahrscheinlichkeit im Jemen zum Einsatz gelangen.

Wenn man die Zusammenhänge im Orient verstehen will, kommt man an den Veröffentlichungen von Lüders nicht vorbei. Er fühlt sich vor allem einem verpflichtet, dem Frieden. Deshalb ist der Begriff „Frieden“ auch das erste Wort in seiner Arbeit. Lüders ist Vorbild, offen spricht er die außenpolitischen Fehler der Regierungen des Westens an. Das Wissen über den stattfindenden Wahnsinn soll helfen, damit wir Menschen zu besseren Wegen finden. Er will „Sand ins Getriebe streuen“ (S. 240) und empfiehlt, dass Menschen in der „zweiten Reihe“, die bessere Lösungen im Sinne des Friedens parat haben, nach vorn geschoben werden. Mein Tipp, folgen wir seiner Empfehlung, jeder und jede kann seinen und ihren Funken für die Menschheitsfamilie, die in Frieden leben will, geben.

Steffen Henke

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