Finale Phase eingeleutet?

Post 12. März 2020 By
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Das Coronavirus hat weltweit zu verschiedenen Maßnahmen geführt. Diese Schritte haben sich nun massiv auf die Weltwirtschaft ausgewirkt. Am 05.03.20 kam die Meldung, dass die britische Fluggesellschaft Flybe den Flugverkehr wegen Insolvenz eingestellt hat. Die gesamte Tourismusbranche befindet sich in vielen Bereichen außerhalb der Belastungsgrenze.

Eine weitere Wirkung ist ...

ein gefallener Ölpreis. Um einen noch stärkeren Ölpreisverfall zu verhindern, wollten sich die Opec-Staaten mit Russland auf eine Reduzierung der Fördermengen einigen. Russland lehnte wohl laut Pressemeldungen ab, daraufhin trat Saudi-Arabien einen Ölkrieg los und erhöhte sogar noch seine Produktion. Daraufhin kam es zu einem Preissturz von über 30 Prozent.

Der weltweit größte Ölproduzenten sind gegenwärtig die USA. Allerdings wird in diesem Land Öl vorrangig über die umweltzerstörende Methode des Frackings gefördert. Beim aktuellen Preis produzieren alle Unternehmen dieses Sektors mit beachtlichem Verlust. Bereits 2019 sind Anleihen in diesem Segment im Wert von ca. 27 Milliarden US-Dollar ausgefallen. Im Zusammenhang mit der Finanzierung des Frackings steht ein großer dreistelliger US-Dollar-Milliardenbetrag zur Disposition.

Am vergangenen Sonntag vermeldete der Libanon, dass man eine am darauffolgenden Montag fällige Milliardendollaranleihe nicht bedienen kann, der Staatsbankrott droht. In diesem Fall stehen Staatsanleihen im Volumen von ca. 90 Milliarden Dollar im Feuer.

Italienische Banken standen bereits in der Vergangenheit auf wackeligen Beinen. Die günstigen Finanzierungsbedingungen der EZB hatten vorerst die Unternehmen entlastet. Marktteilnehmer flüchten gerade in vermeintlich sichere deutsche Staatsanleihen, das drückt erneut den Zins dieser Papiere. Italien muss dagegen schon höhere Zinsen bieten, um sich refinanzieren zu können. Dadurch fallen die Kurse der in der Vergangenheit ausgegebenen verzinslichen Papiere. Ca. 20 Prozent der emittierten Staatsanleihen liegen bei den privaten Banken. Ein Kursverfall würde die Bankbilanzen massiv belasten.

Schon heute kann man davon ausgehen, dass die Notenbanken erneut eingreifen werden (müssen), um zu versuchen, dem instabilen Kartenhaus Halt zu geben. Die US-amerikanische Notenbank FED senkte bereits letzte Woche außerplanmäßig den Leitzins um 50 Basispunkte. Neue Anleiheankaufprogramme werden mit maximaler Wahrscheinlichkeit folgen.

Mit zusätzlichem Zentralbankgeld kann man vielleicht eine in Schieflage geratene Bank künstlich über Wasser halten. Mit solchen Aktionen ist es jedoch nicht möglich, die abreißenden Lieferketten in der Wirtschaft wieder hergestellt werden. Nun fällt uns Menschen die extreme Globalisierung auf die Füße. Dezentrale Netzwerke sind stabiler als Oligopole. Die passende Gewichtung von Effizienz und Vielfalt wurde missachtet.

Die Preise der Desinfektionsmittel sind um das x-fache gestiegen. Die Lieferfristen von Betäubungsmitteln, damit der Zahnarzt weitgehend schmerzfrei bohren kann, sind so stark gestiegen, dass es gegenwärtig eine Lücke zwischen Verbrauch der Restbestände und dem Eingang der nächste Medikamentenlieferung gibt, um nur ein einziges Beispiel zu nennen.

Und während Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen abgesagt werden, findet ein gigantisches Militärmanöver (Defender 2020) mit bis zu 37.000 Soldaten statt. 19 Nationen werden beteiligt sein, das Manöver zieht sich über 7 Länder und Deutschland dient als Drehscheibe.

Wir werden bedauerlicherweise weitere Firmenpleiten sehen. Welche unkontrollierbaren Risiken sich hieraus für den Derivatemarkt ergeben, kann schwer eingeschätzt werden. In jedem Fall ist hier etwas in Gang gekommen, was die historisch größte Anleiheblase von über 260 Billionen US-Dollar zum Platzen bringen kann. Diese hat sich durch einen Fehler im Finanzsystem gebildet. Zins und Zinseszins haben über Jahrzehnte dafür gesorgt, dass Guthaben und Schulden exponentiell wuchsen.

Es könnte sein, dass wir zukünftig in entsprechender Fachliteratur lesen werden, dass ein Virus einen großen Crash verursacht hat. Das wäre dann jedoch falsch. Denn die Bedingungen von dem, was da auf uns zukommt – mit oder ohne Virus – , wurden von einem Fehler im Geldsystem geschaffen. Damit wir in Zukunft für die verschiedenen Herausforderungen viel besser gewappnet sind, brauchen wir dezentralere Wirtschaftsstrukturen, die mit Fließendem Geld versorgt werden.

Steffen Henke

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