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Wir brauchen ein alternatives Geldsystem, wenn wir die Herausforderungen unserer Zeit meistern wollen. Umweltzerstörung, Demokratieverlust, extreme soziale Ungleichgewichte sind unter anderem schädliche Wirkungen des bestehenden Geldsystems. Eine bessere Alternative existiert, doch sie ist noch zu wenig bekannt: Fließendes Geld.

Veränderungen im Geldsystem sind wegen gegebener Machtstrukturen nur erzielbar, wenn breite Bevölkerungsschichten dem Wandel zustimmen und ihn unterstützen. Dazu muss der seit Jahrzehnten stattfindende Erkenntnisprozess deutlich an Fahrt gewinnen.

Steffen Henke unterstützt diesen Prozess mit seiner Aufklärungsarbeit seit vielen Jahren.

Geld greift mit hoher Intensität in so gut wie alle Bereiche unseres Lebens ein. Neuerungen beim Geld bringen deshalb hervorragende Potentiale für fast alle Gebiete, wie dem Schutz der Natur, der Verbesserung demokratischer Strukturen oder dem Frieden.

Ziel muss sein, dass der Mensch nicht dem Geld, sondern das Geld dem Menschen dient.



 

Rezension: Wirtschaft anders denken - Alrun Vogt

Post 11. Februar 2021 By

Im Untertitel verwendete Alrun Vogt für ihr schon 2016 im oekom Verlag erschienenen Taschenbuches die Wortkombination: Freigeld. Der Begriff Freigeld geht auf den Kaufmann Silvio Gesell zurück, der sein Hauptwerk „Die Natürliche Wirtschaftsordnung“ bereits 1916 veröffentlichte. Der Autor dieses Textes setzt sich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Gesellschafter-Geschäftsführer einer gemeinnützigen Gesellschaft für Freigeld ein, jedoch verwendet er die alternative Bezeichnung: Fließendes Geld. Insofern erklärt sich von selbst, wieso das Werk von Vogt nur beim Lesen des Titels das Interesse des Rezensenten weckte.

Das Buch von Alrun Vogt verfügt ohne Anhänge über 181 Seiten, es ist leicht verständlich geschrieben und damit auch für Personen ohne ökonomische Vorkenntnisse geeignet. Vogt wurde 1982 geboren und studierte Politikwissenschaften, Geschichte und Linguistik. Der Rezensent stieß über einen Artikel auf sie, der auf der Internetpräsenz von „Forum Nachhaltig Wirtschaften“ veröffentlicht wurde.

Die Arbeit von Vogt umfasst im Kern vier große Themenfelder:

das Geldsystem, die Art unseres Wirtschaftens, die Eigentumsverhältnisse, vor allem auch in Verbindung mit Grund- und Boden und das Grundeinkommen, wobei sich Vogt über die Hälfte ihres Buches mit dem zuerst genannten Themengebiet auseinandersetzt.

Es ist nicht zu übersehen, dass sich die Autorin sehr intensiv damit beschäftigt, was wir Menschen in unserer Gesellschaft verändert sollten, damit dem Gemeinwohl gedient ist. Insofern verständlich, dass sie sich unter anderem auf Christian Felber und seiner Gemeinwohlökonomie bezieht.

Es überrascht dann auch nicht, dass sie deutlich die umverteilende Wirkung von fast allen zu sehr wenigen durch Zinsen größer null Prozent und Bodenbesitz sieht. Sie erklärt verständlich den sich hieraus ergebenden Schaden für die Allgemeinheit und die langfristige Dysfunktionalität existierender Systeme und Strukturen, wenn zinsbedingt exponentielle Wachstumsprozesse ablaufen. Dabei ist sie auch bereit, Tabuthemen zu tangieren, das macht sie sympathisch.

Warum sie schreibt: „Der Boden darf nicht dem Staat gehören. Er muss der Allgemeinheit sein.“ kann der Verfasser dieses Textes nicht ganz nachvollziehen. Per Definition ist der Staat die „Allgemeinheit“, wenn mit Allgemeinheit die Bevölkerung eines Landes – also Staatsgebietes – gemeint ist. Weiter unten spricht Vogt von einer […] öffentlich-rechtlichen Bodenverwaltung […]. Wir leben in einer repräsentativen Demokratie und die Staatsbediensteten haben normalerweise die Interessen der Gemeinschaft zu vertreten. Vielleicht sieht Vogt die Kluft zwischen manchen politischen Entscheidungen und einer sozialen gerechten Gesellschaft und formuliert es deshalb so, aber das ist spekulativ.

Für die Autorin ist die Konsumsteuer, die gerechteste Steuer, laut ihrer Meinung ließe sich hierüber unter anderem ein Grundeinkommen refinanzieren.

Sehr bedauerlich empfindet der Rezensent, dass Vogt in Verbindung mit ihrer Geldsystemkritik unter anderem den Protagonisten des Vollgeldes folgt. So bezieht sie sich diesbezüglich vor allem auf die Vollgeldvertreter Joseph Huber und Horst Seiffert. Zuletzt genannter stellt die doppelte Buchführung in Frage, da sie nicht zu seinen Ergebnissen passt (1). Andererseits sieht Vogt die Unmöglichkeit zeitlich unbegrenztem exponentiellen Wachstums, das bei der Verwendung von Zinsen größer null Prozent als destruktive Geldumlaufsicherung zwangsläufig stattfindet. Deshalb spricht sie sich klar für Fließendes Geld aus, auch wenn sie es nicht so nennt. Insofern ergibt sich ein Widerspruch zu ihren Quellen, denn Huber verwendet in seinem Vollgeldsystem Zinsen größer null Prozent als destruktive Vollgeldumlaufsicherung (2).

Aus Sicht des Rezensenten handelt es sich beim Vollgeld im Wesentlichen um einen Ableitungsfehler, der entsteht, wenn nicht sauber zwischen Einlage und Geld per geeigneter Definition unterschieden wird. Hier haben leider Teile der Geldreformszene den Fehler aus der herrschenden Volkswirtschaftslehre übernommen. Die Positionen zur Sache werden vom Verfasser in seiner veröffentlichten Arbeit dargelegt (3).

Auch, wenn sich aus Sicht des Verfassers im Geldsystemteil des hier rezensierten Buches der oben angedeutete Fehlerteufel eingeschlichen hat, ist das Werk sehr lesenswert. Letztendlich berührt Alrun Vogt Inhalte, um deren Diskussion wir in der Zukunft nicht herumkommen werden, wenn wir in einer friedliebenden, gerechteren Gesellschaft leben wollen. Deshalb liefert die Autorin wertvolle Impulse, um den Dialog darüber weiter anzuregen.

Steffen Henke

 

(1) Seiffert, Horst: „Geldschöpfung. Die verborgene Macht der Banken“, Verlag Horst Seiffert, 2. überarbeitete Auflage August 2014
(2) „Als Gegenleistung [wenn einer Bank Vollgeld zur Verfügung gestellt wird; Anm. S. H.] erhalten die Kunden Gutschriften auf Sparkonten oder ähnliche Anlagekonten.“ (Huber, Joseph / Robertson, James: „Geldschöpfung in öffentliche Hand. Weg zu einer gerechten Geldordnung im Informationszeitalter“, Gauke GmbH / Verlag für Sozialökonomie, 2008, S. 41)
(3) Steffen Henke: Fließendes Geld für eine gerechtere Welt. Warum wir ein alternatives Geldsystem brauchen, wie es funktioniert und welche Auswirkungen es hat. Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 2017

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