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Wir brauchen ein alternatives Geldsystem, wenn wir die Herausforderungen unserer Zeit meistern wollen. Umweltzerstörung, Demokratieverlust, extreme soziale Ungleichgewichte sind unter anderem schädliche Wirkungen des bestehenden Geldsystems. Eine bessere Alternative existiert, doch sie ist noch zu wenig bekannt, Fließendes Geld.

Veränderungen im Geldsystem sind wegen gegebener Machtstrukturen nur erzielbar, wenn breite Bevölkerungsschichten dem Wandel zustimmen und ihn unterstützen. Dazu muss der seit Jahrzehnten stattfindende Erkenntnisprozess deutlich an Fahrt gewinnen. Die „Neues Geld gemeinnützige GmbH“ unterstützt diesen Prozess mit ihrer Aufklärungsarbeit seit einigen Jahren.

Geld greift mit hoher Intensität in so gut wie alle Bereiche unseres Lebens ein. Neuerungen beim Geld bringen deshalb hervorragende Potentiale für fast alle Gebiete, wie dem Schutz der Natur, der Verbesserung demokratischer Strukturen oder dem Frieden.

Ziel muss sein, dass der Mensch nicht dem Geld, sondern das Geld dem Menschen dient.



 

Buchrezension - Dr. Frank Niessen: "Entmachtet die Ökonomen! Warum die Politik neue Berater braucht"

Post 21. März 2016 By
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Als ich das Cover des Finanzbuches von Dr. Frank Niessen „Entmachtet die Ökonomen! Warum die Politik neue Berater braucht“, erschienen 2016 im Tectum Verlag Marburg, sah, fühlte ich mich im ersten Moment nicht angesprochen. Schwarze Gestalten mit Brillen auf weißem Hintergrund, in Verbindung mit dem oben genannten Titel, signalisierten mir, dass hier vermutlich nach Schuldigen der gegebenen Misere gesucht wird, anstatt systemische Fehler zu beleuchten. Da ich selbst seit über 25 Jahren im Verkauf arbeite und auch einer selbständigen Trainertätigkeit in diesem Bereich nachgegangen bin, ließ ich mich von diesem Eindruck jedoch nicht abschrecken und bestellte das Werk. Schließlich leben wir in einer Welt mit einer Flut an Informationen und so wird versucht, mit intensiven Mitteln Aufmerksamkeit zu erreichen, damit z. B. eine solche Arbeit besser wahrgenommen wird.

Mit der Einleitung gelang es dem Autor, der sich als studierter Volkswirt und Politologe vorstellt, mein Interesse intensiv zu steigern. Dr. Niessen schloss sein Studium der Volkswirtschaftslehre 2006 als Jahrgangsbester ab und war dennoch überrascht, dass „es den etablierten Ökonomen seit Generationen nicht gelingen will, ...

die Ursachen unserer Dauerkrisen richtig zu erfassen, geschweige denn zielführende Lösungen zu deren Überwindung anzubieten.“ (S. 11) Aus seinem Vorwort lässt sich herauslesen, dass er sich mit den ökonomischen Zusammenhängen mit Begeisterung beschäftigt und bereit ist, seine eigenen Positionen immer wieder erneut zu hinterfragen. Seine Eitelkeit steht ihm dabei nicht im Weg, er strebt auch keine Karriere im akademischen Betrieb an, sondern arbeitet als Lehrer an einer Sekundarschule in seinem Heimatort. Dennoch: Zur Verfassung eines solchen Buches gehört Mut; da er in aller Bescheidenheit seinen Beitrag für das Wohl der Menschen leisten möchte. Nachdem sich dieses Gefühl zum Autor in mir entwickelt hatte, wurde er mir sympathisch und ich bekam Neugier auf mehr.

Gleich zu Beginn liefert er am Beispiel der Angebotsfunktion einen Beleg dafür, welche Ableitungsfehler entstehen, wenn mit mangelhaften Modellen gearbeitet wird. An vielen Stellen hat Dr. Niessen meisterhaft die klassischen Denkstrukturen der herrschenden Lehre verlassen. So können nützliche Impulse gegeben werden. Im Bereich des Geldsystems ist ihm dies leider nur bedingt gelungen. Eine wissenschaftliche Trennung zwischen Geld und Forderung auf Geld erfolgt leider nicht. Damit geschieht auch keine saubere Unterscheidung zwischen den beiden Fragen: „Wie gelangt neues Geld in den Wirtschaftskreislauf?“ und „Wie bleibt das bereits ausgegebene Geld im Wirtschaftskreislauf?“ Das überrascht insofern, da er an andere Stelle brillant belegt, dass ein stetiges Wirtschaftswachstum ein Irrweg ist und deshalb Wege gefunden werden sollten, mittels derer der Ressourcenverbrauch zwecks Erhalt unserer Lebensgrundlage, unseres Planeten, deutlich reduziert werden kann. Nur im Falle einer Outputschrumpfung ist die Diskussion über die Art der Geldumlaufsicherung wesentlicher als die Betrachtung, wie zusätzliches Geld in Umlauf gelangt. Ich vermute, dass Dr. Niessen bei diesem Thema selbst noch unsicher ist, denn er arbeitet in dem Kapitel zum Geld mit auffällig mehr Fragen als in anderen Absätzen. Unter der Fußnote 86 verweist er auf die Vollgeldinitiative, erwähnt jedoch selbst, dass „die explizite Kritik an der Verzinsung privater Ersparnisse“ fehlt. Da „Das Geldsyndrom“ von Helmut Creutz im Literaturverzeichnis aufgeführt ist, sind dem Autor offensichtlich die Wirkungen der destruktiven Geldumlaufsicherung Zins bekannt, letztendlich spricht er diese auch an. Bedauerlich nur, dass er hier keine Alternativen in diesem Bereich thematisiert.

Eine wahrlich mutige Betrachtung liefert er im hinteren Teil seiner Arbeit. Hier zäumt er das Pferd von hinten auf und rechnet rückwärts. Unter Verwendung des ökologischen Fußabdrucks versucht er grob zu ermitteln, wie sich das Weltbruttosozialprodukt verändern muss, damit wir Menschen die Erde für auch zukünftige Generationen bewohnbar halten. Weiter ermittelt Dr. Niessen, welche finanziellen Mittel jedes Individuum unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität (Kaufkraft einer Währung in Abhängigkeit vom Standort) bei fairer Verteilung der Arbeitsergebnisse erhalten könnte und schlussfolgert hieraus, welche Konsequenzen sich ableiten lassen. Sein Fazit: Die sich ergebenden Einschränkungen trügen eh nicht zu unserem Glücksempfinden bei, insofern würden wir größtenteils auf Dinge verzichten, die unser Leben bereits heute nicht bereichern. An dieser Stelle nennt er die Rüstungs-, Raumfahrt-, Werbe- und Unterhaltungsindustrie sowie den Luxusgütersektor.

Bewerte ich nun das Buch ganz subjektiv bezogen auf das Thema, für welches ich mich mit Begeisterung einsetze, das Fließende Geld, bin ich eher enttäuscht. Doch das wäre dann doch einseitig betrachtet und zu kurz gesprungen. Es ist ein wertvolles Signal, dass sich klassisch ausgebildete Volkswirte in Gebiete vorwagen, die bisher tabuisiert waren. Im betreffenden Werk werden Fragen aufgeworfen, die sonst im Nebel systemkonformer Denkmuster verschwinden. Ich denke, es war auch nicht Ziel des Buches, in allen Gebieten Antworten zu liefern, auch wenn Dr. Niessen den Leser durchaus nicht im Regen stehen lässt und auch nennenswerte Lösungsansätze bespricht. Für mich ausgesprochen wesentlich ist, dass Dr. Niessen es aus meinem Empfinden heraus mit ganzen Herzen ehrlich meint. Sein Kernansatz ist, die Wirtschaftswissenschaft zu entideologisieren, damit wir endlich für die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Armut, Ungleichheit und Umweltzerstörung auf die mythenfreie Suche nach Lösungen gehen. Dabei sollten wir die historisch gewachsenen Denkstrukturen verlassen und neue Analysewerkzeuge verwenden. Alle Interessierten, die den streng systemkonformen Rahmen der Ökonomie verlassen wollen, sollten deshalb dieses Buch lesen.

Steffen Henke

1 comment

  •   Adolf Paster
    Comment Link Adolf Paster 24. März 2016

    Seit langer Zeit befasse ich mich mit volkswirtschaftlichen Fragen und musste immer wieder feststellen, daß die meisten Lehrökonomen im Grunde nicht wirklich worum es geht. Ich frage mich, warum den Ökonomen bis heute nicht folgende Überlegung über den Weg lief.
    Wenn eine Wirtschaft rund laufen soll, sind doch folgende Voraussetzungen absolute Bedingung:

    (1) Wie kann sich jemand Ressourcen aneignen, die er nicht selbst erarbeitet hat. Das muss früher oder später zu den Ereignissen führen, unter denen wir heute bitter zu leiden haben.

    (2) Warum dürfen die Geldmanager die Währungen nach ihren Bedürfnissen einrichten und die arbeitenden Völker nicht nach ihren Bedürfnissen. Währungen sind so einzurichten, dass alle die arbeiten wollen auch arbeiten können, aber jene die unfähig sind zu arbeiten, auch ein gewisses Grundeinkommen gesichert ist.

    (3) Es kann keinen freien, sondern nur einen geregelten Wettbewerb geben.

    Wenn diese Punkte berücksichtigt werden, hat die arbeitende Bevölkerung kein wesentliches Existenzproblem mehr.

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